EAKK BIWAK - 24-Nov-2007

Es ist Vorbei!
Nein, nicht die körperliche Anstrengung oder der Schlafentzug ist die negativste Erinnerung an dieses BIWAK, sondern die Verpflegung! Diesmal kamen wir in den Genuss der Bundeswehr Lunch-Pakete. Diese Art der Verpflegung war aus organisatorischer Sicht durchaus sinnvoll, da nie alle Mann gleichzeitig im Lager waren und somit immer irgendwer kaltes Essen bekommen hätte (im nachhinein wäre das wohl sogar besser gewesen als die Lunch-Pakete). Man nehme vier Scheiben Brot, eine Dose Wurst, drei Päckchen Diät Margarine und eine Flasche Wasser, werfe dies lieblos in eine Plastiktüte und man erhalte diese besagten Lunch-Pakete.
Mit dieser Verpflegung ging es also durchs BIWAK. Die Moral einer Truppe steigt und fällt mit der Verpflegung und so war es auch nicht nur unter den Rekruten, sondern auch unter den Ausbildern. Machen wir das beste daraus....
Nach dem befürchteten Alarmwecken am Mittwoch ging es mit vollem Gepäck zu Fuß Richtung Lager. Dort angekommen, wurden schnell die Unterkunftsbunker bezogen, ein Feuerchen zur Wärmung entfacht und für uns hieß es direkt weiter marschieren. Wir sollten noch an dem selben Tag in das Vergnügen kommen die beiden Märsche, die in diesem BIWAK auf dem Plan standen, absolvieren zu dürfen. So wurde der 10 km Gefechtsmarsch und eine weitere Partrouille absolviert, die beide mit mehreren Ausbildungsstationen gespickt waren. Nach dem Abdrängen, Deeskalieren, Aufspüren von Minen und Ausweichen vor MG Stellungen, gelangten wir dann am späten Abend ins Lager zurück.
Die Nacht über war jedoch für einige (auch mich) nicht unbedingt sehr erholsam, denn so ein Lager will auch nachts bewacht werden.
So wurde eine Minimalbesatzung für den Checkpoint (quasi der Ein- und Ausgang des Lagers), die Alarmposten und die Streife eingeteilt. Ich hatte mit meiner Einteilung, die mir per Los zuviel, jedoch noch Glück und durfte die letzte Streife zwischen fünf und sechs Uhr übernehmen. Dies hatte den Vorteil, wenigstens bis halb fünf durch schlafen zu können. Kameraden, die mitten in der Nacht dran waren, hatten es da noch schwerer und konnten ihre Nacht nur in Teilen vor und nach dem Dienst zum Ausruhen nutzen. Da um 5 Uhr Wecken angesagt war, durfte ich mir auch überlegen, wie ich meine Kameraden zu besagter Uhrzeit wach bekommen sollte. Ich entschied mich für ein lautes "III. Zug aufstehen!" in Verbindung mit Einschalten der Innenbeleuchtung und einem heftigen Zuschlagen der stählernen Bunkertür (dafür werden mich auch einige gehasst haben, war jedoch die schnellste Möglichkeit, alle sechs Bunker zu wecken und sicherzugehen das auch alle wach werden).
Nun stand für uns heute die Besetzung des Checkpoints an. Wir kontrollierten den ganzen Tag... Militärfahrzeuge, Personen, zivile Autos... vertrieben pöbelnde Menschenmassen und fanden Waffen und Bomben.
Ein ganz besonderes Gefährt bei der Bundeswehr lernten wir hierbei auch kennen: der Fußbus!
Wie der Name sagt, ist es ein Bus zu Fuß. Also nimmt man einen Bus voll Rekruten, lässt den Bus weg und erhält was? Richtig, einen Haufen Soldaten in Marschformation, die schnell durch den Checkpoint wollen.
Irgendwann ging es dann Nachts zurück in die Kaserne, wo wir nach ausgiebigem Waffenreinigen und Säubern unserer Ausrüstung endlich Zeit bekamen uns schnell zu duschen und in das Bett zu schmeissen.
Am Freitag ging nach dem Wecken dann das Reinigen mit der Stube weiter.
Ebenfalls wurde ich dann noch informiert, dass ich am Montag eine Stunde früher aufstehen darf, wie der Rest. Dies hörte sich im ersten Moment nicht sonderlich positiv an, jedoch was dahinter steckt ist vielversprechend: Es geht nach Koblenz ins Krankenhaus zur Tauglichkeitsuntersuchung als Kraftfahrer. D.h. wenn alles passt, werde ich in den Genuss kommen, beim Bund den großen Führerschein zu machen und so entweder Panzer- oder LKW-Fahrer (was mir im Zivilen mehr bringen dürfte) zu werden. Eventuell ist es auch teilweise dem angeeigneten Vitamin B zu verdanken, dass ich das machen werde, was eigentlich alle beim Bund wollen...
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