30 km! - 17-Dec-2007

30 km mit dem Flugzeug: nicht mal gestartet...
30 km mit dem Auto: 15 - 30 Min. je nach Strasse...
30 km bei der Bundeswehr: 3 Std bis 4:59 Std. je nach Soldat!
Genaugenommen waren es mehr als 30 km. Wenn man der Ausschilderung des Fahradweges, auf dem wir unseren Marsch absolvert haben, glauben kann, waren es 34 km. Heute war irgend wie recht wenig von "wir sind alle gleich" und "die ZDv (Zentrale Dienstvorschrift) für die Anzugsordnung sieht aber anders aus" zu hören. Es gab vielmehr nur den Rat sich halbwegs wie ein Soldat zu benehmen und die Bedingung unter 5 Stunden den Marsch hinter uns zu bringen.
Um das ganze nicht zu leicht werden zu lassen hatten wir mindestens 10 kg Gewicht im Rucksack. Dies wurde auch wärend des Marsches überprüft um zu verhindern, dass jemand nicht bis zum Schluss das geforderte Gewicht mit sich rum trägt.
Doch hiermit fingen die Probleme bereirs an. Mit einem Stan mäsig gepacktem Rucksack (die Ausrüstung die man ins Biwak mit nimmt und für ca. eine Woche im Feld ausgelegt ist, quasi den halben Spint) kahm man nur auf ca. die Hälfte des geforderten Gewichts. Was tun? Mansch einer hatte in weiser Vorraussicht Hantelgewichte dabei, andere setzten auf Wasserflaschen.
So hatte ich 10 kg + 1,5 kg Sicherheitstoleranz + 1 kg Getränke dabei, denn sollte im Ziel festgestellt werden, das zu wenig Gewicht am Mann ist wäre der Marsch für die Füsse und somit ungültig. So traten wir heute Morgen an, der Hauptmann hielt seine Ansprache und los ging es im Massenstart. Naja unterwegs Bildeten sich die ersten Gruppen und auf ging es.
Die ersten 5 km liefen sich noch recht gut und jeder versuchte erstmal sein Tempo zu finden um in der Zeit zu bleiben und sich nicht zu früh auszupowern. 7,5 km trafen wir aus die erste Verpflegungsstation. Apfel geschnappt, trinkgefähs mit Tee gefüllt und durch marschiert. Der Tee landete 5 m weiter im Strassengraben, da er zu heiß war. Isotonische Getränke oder gar Müsliriegel waren fehlanzeige (würde die Sache auch zu sehr erleichtern).
Bei 12,5 km folgte die zweite Verpflegungsstation und uns kahmen bereits die ersten Läufer (ja Läufer, da ein Teil der Ausbilder das ganze im Laufschrit absolvierten) entgegen. Dann kahm sie in sicht: Die Wendemarke bei 15 km (genaugenommen bei 17 km). Ein Blick auf die Uhr verriet das ich für die erste Hälfte der Strecke knapp über 2 Std. gebraucht hatte. Die Füße taten weh, schmerzten jedoch noch nicht. Mit dem Gewicht im Rucksack hatte man sich abgefunden, und nun war auch jedem bewust was noch vor einem lag! Kurz in der Liste abhacken lassen, rumgedreht und auf den Rückmarsch.
Hier gruppierte sich so mansch eine Gruppe noch einmal neu und auch das Tempo wurde erneut angepasst. So überholten auch wir noch einige Kamerraden, die die Sache etwas zu schnell angegangen warren. So kämpfte sich jeder weiter vorran und ich konnte an der nun dritten Verpflegungsstation bei 17,5 km noch den Spruch "Herr Unteroffizier ich würde Sie ja zu einem Kaffee einladen, ich muss jedoch weiter" los werden.
Doch noch vor der letzten Station bei 25 km begannen die Schmerzen. Spätesten ab diesem Zeitpunkt war der Marsch keine Konditionssache mehr sondern nur noch reine Kopfsache! So versuchte jeder an etwas anderes zu denken, sich abzulenken oder einfach garnichts mehr zu denken und einen Fuß vor den anderen zu setzten.
Wir qälten uns. Es wurde nur noch von einem markannten Punkt auf der Strecke zum nächsten gelaufen. Jeder Stein wurde umlaufen, da auch nur die kleinste Unebenheit unnötige schmerzen verursachte.
Am ziel angekommen brachte ein Blick auf die Uhr erneut die Erleicherrung, dass ich unter den 2 Std. geblieben war, die ich mir für den Rückweg gesetzt hatte. Die offizielle Zeitmessung mit 4 Stunden und 12 Minuten brachte dann die letzte Entspannung! Geschaft.
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